GESCHICHTE

120 Jahre Musikverein St. Oswald-Möderbrugg

Laut mündlicher Überlieferung wurde erstmals 1886 durch den Organisten und Mesner Rupert Baumegger eine Blasmusikkapelle aufgestellt, die damals ca. 11 Musikanten umfasste. Es wurde vorwiegend zum Tanz aufgespielt, aber auch kirchliche Feierlichkeiten, wie zum Beispiel die Fronleichnamsprozession oder die Auferstehung, wurden bereits musikalisch umrahmt. Geprobt wurde jedoch nur kurz vor den jeweiligen Auftritten. Bei besonderen Feierlichkeiten wurden Musiker aus Pöls ausgeliehen.

1886

Im Jahr 1900 wurde dieses Foto aufgenommen eine Zuordnung der Namen ist leider nicht mehr möglich.

1900

Nach 1918 musste die Kapelle neu aufgebaut werden. Dieses Zusammensuchen und dieser Neuaufbau eines brauchbaren Klangkörpers gelang durch den damaligen Obmann Hugo Steiner vlg. Bucher. Die Musikanten zahlten selbst Beiträge in die Vereinskasse und kauften Instrumente und Noten. Auch von der Bevölkerung wurde der Verein schon finanziell unterstützt. Die Weiterbildung stellte sich jedoch als sehr schwierig dar, zumal kein ehemaliger Militärmusiker - so wie in anderen Orten - unter den Reihen der Musiker war. Die Musiker halten also selbst für Aus- und Weiterbildung zu sorgen.

1918

Unter dem ersten „Kapellmeister" Oberlehrer Johann Neubauer fand am 9. Mai 1926 die erste Gesamtprobe im Schulhaus Möderbrugg statt. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Verein an den Militär-Kameradschaftsbund angeschlossen und führte den Namen „Musikkapelle des Militärkameradschaftbundes St. Oswald-Möderbrugg". Der Kameradschaftsbund stand dem Verein nun auch bei Anschaffungen, Aufführungen und verschiedensten Vereinstätigkeiten bei.

1926

1928

Annafest

Im Jahr 1950 feierte der Musikverein St Oswald-Möderbrugg bei der Schneeberger-Kapelle in Möderbrugg sein 1. Annafest, Der Anlass hiefür war die Renovierung der Kapelle und die Weihe der neuen Glocke. Die Schneeberger-Kapelle wurde im Jahr 1878 zur Erinnerung an die Pestzeit errichtet, Laut einer Urkunde im Turmknauf starben von der Familie Schneeberger mit einer Ausnahme alle Mitglieder, Mehrere Besitzer sollen später das Schneebergergut schlecht verwaltet haben, Eine Ausnahme war Jakob Stuhlpfarrer, der die Kapelle stiftete. 1950 wurde eine zweite Urkunde verfasst. Darin wird berichtet, dass auf Initiative von Herrn Dir, Johann Neubauer eine 50 kg schwere Glocke eingebaut wurde. Die Glocke war eine kostenlose Zugabe der Fol. Pfundner, welche für dir Kirche in St, Oswald drei neue Glocken anfertigte.

1950

Seit 1952 ist der Musikverein unter dem Namen „Musikverein der Gemeinde St. Oswald-Möderbrugg" amtlich registriert.

1952

Das erste Bezirksmusikerfest fand ein Jahr später statt, neun Gastkapellen kamen zu Besuch. Die 28 Musiker des Vereines präsentierten sich bei diesem Fest in einer neuen Tracht. Die Notenbeschaffung war zu diesem Zeitpunkt nicht so einfach wie heute; viele Stücke mussten von Hand - großteils von Kapellmeister Neubauer - abgeschrieben werden. Noch heute sind zahlreiche Notenblätter aus dieser Zeit vorhanden.

1953

Laut Protokoll aus dem Jahr 1955 trat der Musikverein bereits 34mal jährlich auf und hielt wöchentlich Proben ab. 200 Unterstützende Mitglieder waren laut Protokoll eingetragen, wobei ein Mitgliedsbeitrag von ATS 24,-- bezahlt wurde. Die Kosten pro Anzug beliefen sich auf ca. ATS 1.000,--. die Musikanten mussten ca. 50% der Kosten selber tragen.

1955

Im Jahr 1960 wurde wiederum ein neuer Trachtenanzug angeschafft. Damals verzeichnete man sogar 92 Gesamt- und Gruppenproben; fast zweimal pro Woche wurde gemeinsam geprobt!

1960

1963 legte der Kapellmeister Johann Neubauer seine Funktion nieder. Ihm folgte Hubert Rieger nach, unter dessen Leitung wurden die Musikstücke der Zeit angepasst und konnten dadurch wieder viele Jugendlich zum Musizieren ermuntert werden.

1963

Im Jahr 1966 wurde das Musikerheim erbaut. Das Grundstück war von der Familie Gruber vig. Lentschenberger kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Der Bau entstand zum Großteil aus Eigenleistungen der Musiker und konnte durch großzügige Spenden aus der Bevölkerung finanziert werden.

1966

1968 konnte die erste Probe im neuen Vereinslokal abgehalten werden.

1968

1972 wurde das erste Mal an einem Bezirkswertungsspiel teilgenommen und erreichte der Verein auf Anhieb den 1. Rang in der Mittelstufe.

1973

In den Jahren danach zeigte der Verein seine musikalischen Leistungen nicht nur in der Heimat, sondern unternahm auch Reisen innerhalb von Österreich sowie ins Ausland. Unter anderem konzertierte der Musikverein in der Partnergemeinde Preußisch-Oldendorf wie auch in Bayern und Foggia in Süditalien.

1975

Das Neujahrskonzert wurde erstmals 1980 veranstaltet und stellte für den Verein eine neue Möglichkeit dar, der Bevölkerung sein Können unter Beweis zu stellen.

1980

1981 wurde die Kapelle für das Annafest von Mitgliedern der Jungen ÖVP renoviert, die Gemeinde stiftete das Baumaterial.

1981

Unter dem damaligen Kapellmeister Peter Steiner erreicht der Verein beim Wertungsspiel 1983 in der Oberstufe wiederum einen 1. Rang.

1983

Unter der Führung von Obmann Alois Tiefengruber sen. wurde 1985 das Schneebergerhaus vom Verfall gerettet, neu eingedeckt und vom Musikverein gepachtet. Das alljährlich stattfindende Annafest Ende Juli bei der Schneebergerkapelle wurde bereits zur Tradition.

1985

Im Jahr 1989 feierte man im Rahmen eines 3-Tages-Zeltfestes das 100jährige Bestandsjubiläum mit dem Bezirksmusikertreffen in Möderbrugg.

1989

Aufgrund der stetig wachsenden Mitgliederzahl des Vereines entschloss man sich im Jahr 1997 das bestehende Musikerheim auszubauen.

1997

Nach mehr als 1200 freiwilligen, von den Musikern selbst geleisteten Arbeitsstunden konnte das neue Probenlokal 1998 im Rahmen einer festlichen Einweihung wieder bezogen werden.

1998

Der Steirische Panther - eine für erfolgreiche steirische Blasmusikkapellen gedachte Auszeichnung des Landes Steiermark-wurde dem Musikverein im Jahr 2000 verliehen. Ebenso wurde in diesem Jahr vom Musikverein das Treffen der St. Oswalder Musikvereine veranstaltet. Alle 7 St. Oswalder Kapellen aus vier verschiedenen Bundesländern nahmen daran teil. Neben einem gemeinsamen Festumzug zeigten alle Kapellen im Rahmen eines Gästekonzertes ihr Können.

2000

2002 wurde die Schneeberger-Kapelle von der Landjugend nochmals in 800 freiwilligen Arbeitsstunden rundum erneuert, das Baumaterial wurde wiederum von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Das Schneebergerhaus steht schon seit Jahren leer. Es wurde vom Musikverein gepachtet, neu eingedeckt und teilweise saniert. Das Material wurde auch hier von der Gemeinde als Eigentümerin bereit gestellt. Das schon traditionelle Annafest findet alljährlich Ende Juli statt. Die HI. Messe wird bei der Kapelle zelebriert, im Anschluss daran gibt der Musikverein ein Konzert und ladet die Besucher zu einem gemütlichen Beisammensein ein.

2002

Von 24. bis 25. Juni 2006 feiert der Musikverein in Verbindung mit dem Bezirksmusikertreffen sein 120jähriges Bestandsfest in St. Oswald. Der Musikverein hat eine lange Geschichte hinter sich, die ohne die Unterstützung der Bevölkerung und der Gemeinde vielleicht nicht von so langer Dauer gewesen wäre. Dafür möchten wir uns recht herzlich bei allen Freunden und Gönnern bedanken.

2006